Ich starte mit einem kurzen Rundgang durch Wohnzimmer und Schlafzimmer und notiere drei Dinge: Was wirkt unruhig, was fehlt, was bleibt. Danach messe ich grob die Stellflächen (Sideboard, Nachttisch, Fensterbank), damit später nichts zu groß ausfällt. Zum Schluss lege ich fest, welche Stimmung beide Räume verbinden soll, zum Beispiel ruhig, hell und warm.
Als Nächstes wähle ich eine gemeinsame Farbpalette aus maximal drei Haupttönen plus einem Akzent. Vorher dominieren oft zufällige Farben durch Kissen, Bilder und Kleinteile; nachher wirkt es harmonisch, weil Wiederholungen entstehen. Ich nehme Farbkarten oder textile Muster aus dem Store zur Hand und prüfe sie bei Tageslicht und bei Lampenlicht.
Dann räume ich beide Räume einmal komplett „visuell leer“, indem ich Deko von Flächen herunternehme und in drei Kisten sortiere: behalten, umplatzieren, spenden/verkaufen. Vorher steht häufig vieles vereinzelt herum; nachher gibt es wieder freie Flächen, die den Raum größer wirken lassen. So sehe ich sofort, welche Stücke wirklich tragen und welche nur Staubfänger sind.
Jetzt plane ich pro Raum zwei klare Fokuszonen, damit die Gestaltung zielgerichtet bleibt. Im Wohnzimmer sind das bei mir Couchtisch und Sideboard, im Schlafzimmer Bett und Nachttisch. Vorher konkurrieren oft mehrere Ecken miteinander; nachher führt der Blick zu wenigen, gut gestalteten Bereichen.
Für das Wohnzimmer setze ich auf eine minimalistische Basis: ein Tablett oder eine flache Schale als „Anker“ auf dem Couchtisch und ein reduziertes Set aus zwei bis drei Objekten. Vorher liegen Fernbedienungen und Kleinteile offen; nachher verschwindet Kleinkram in einer Box oder unter dem Tablett. Ich achte auf unterschiedliche Höhen, zum Beispiel Buchstapel, Vase und eine Kerze.
Im Schlafzimmer geht es mir um Ruhe, deshalb reduziere ich Muster und halte Materialien weich und matt. Vorher wirken viele kleine Dekoteile auf Kommoden oft unruhig; nachher stehen dort nur ein Bild, eine kleine Schale und eine Duftkerze. Dazu wähle ich Kissen und Plaids in abgestuften Tönen, damit das Bett ordentlich aussieht, ohne überladen zu sein.
Pflanzen und Übertöpfe setze ich als verbindendes Element in beiden Räumen ein. Vorher stehen Pflanzen häufig in zufälligen Töpfen und Höhen; nachher wirken sie wie eine Serie, weil Formen und Farben der Übertöpfe zusammenpassen. In kleinen Räumen nutze ich lieber eine größere Pflanze als viele Mini-Töpfe, und stelle sie nah ans Fenster oder in eine helle Ecke.
Beleuchtung ist der nächste Hebel: Ich ergänze pro Raum mindestens zwei Lichtquellen zusätzlich zur Deckenlampe. Vorher wirkt Licht oft hart oder zu kalt; nachher entsteht Atmosphäre durch eine Stehlampe im Wohnzimmer und eine warme Nachttischleuchte im Schlafzimmer. Lichterketten setze ich sparsam ein, zum Beispiel in einem Glas oder entlang eines Regals, damit es ordentlich bleibt.
